Von kreativen und unkreativen Tagen
Kreativität lässt sich nicht erzwingen. Und nicht alle Themen sind einfach in einer Schaufensterdekoration umzusetzen. Doch mit einigen Tricks lassen sich trotz allem verkaufsaktive Inszenierungen gestalten.
 

An kreativen Tagen, hat man schon Morgens so ganz neben bei, ohne überhaupt groß darüber nachzudenken, die besten Ideen. Man steht im Badezimmer beim Zähne putzen und schwupp, ganz plötzlich ist da ein zündender Gedanke, der sich bei näherer Betrachtung als eine ausgezeichnete Möglichkeit für die heute geplante Schaufensterdekoration entpuppt.

Unkreative Tage, erkennt man meist auch schon Morgens. Man steht vor dem Kleiderschrank, alles was man in die Hand nimmt, ist irgendwie nicht passend und wenn man sich dann endlich für eine Bluse oder Hose entschieden hat, (der Rest liegt verteilt am Boden) findet man einfach kein passendes Teil dazu. Ganz zu schweigen von der Qual, die passenden Accessoires zu finden um ein modisches Gesamtkunstwerk daraus zu zaubern.

Nicht genug, dass man sich an unkreativen Tagen, schon mit einfachen Themen irgendwie quälen würde (zum Thema Garten könnte man immer noch einige Seidenblumen, die im Keller von früheren Dekorationen lagern verwenden). Für die geplante Dekoration steht aber womöglich das Thema Fachbuch an. Nun ist es ja nicht so, dass sich Fachbücher nicht dekorieren lassen – aber an einem unkreativen Tag ist es eben nicht ganz so einfach zu entscheiden, wie denn nun der Blickfang aussieht und mit welchen Mitteln man den Passanten zum „stehen bleiben“ bekommt (außer man bleibt selbst im Schaufenster, denn Bewegung und jemand der sich im Schaufenster richtig abmüht sind immer von Interesse).

Das Gestaltungskonzept eines Schaufensters hat die gleichen Gestaltungsprinzipien wie sie sich auch in anderen Künsten und der Architektur wiederfinden, z.B. verdichten, vereinfachen, Kontraste setzen, ein Leitmotiv durchziehen, Freiräume schaffen. Klarheit und Struktur sind wesentliche Merkmale für eine gelungene Dekoration. Diese Grundsätze richtig angewandt, sind schon der erste Schritt von einem unkreativen Tag zur kreativen Arbeit. Nun fehlen nur noch die Bücher und der passende Blickfang.

Bei der Auswahl des Themas und der Bücher helfen die Prinzipien: Vereinfachen und ein Leitmotiv durchziehen, um das Richtige aus dem großen Angebot der Fachbuchabteilung herauszufinden. Ein Buchtitel wird zum Leitmotiv des Themas ernannt. Natürlich achten Sie dabei neben Inhalt und Aktualität des Titels auch auf Covergestaltung, Farbe und Grafik. Je weiter die Vielfalt des Themas Fachbuch auf verbindende Element reduziert wird, desto leichter entsteht ein harmonischer Blickfang aus der Ware heraus. Ein Quadrat oder Kreis, ein Element des Buchcovers wird vergrößert oder abstrahiert zum Blickfang. Warum sollte man nicht von schon Vorhandenen profitieren? Oft genügt es, seine schöpferische Kraft im Schaufenster darauf zu verwenden, einen passenden Rahmen zu schaffen und Zusammenhänge zu visualisieren. Wie bei einer Collage werden vorhandene Einzelteile zu einem harmonischen Ganzen. Und plötzlich hat man die Idee für die Dekoration klar vor Augen.

Bei näherer Betrachtung ist heute doch eigentlich ein sehr „Kreativer Tag“. Vielleicht sollte der Kreativitätsschub auch gleich noch in der Fachbuchabteilung für eine Inszenierung am POS verwendet werden? Denn jeder weiß ja, es gibt kreative und unkreative Tage!


Sabine Gauditz

Erschienen in BuchMarkt Heft 4-2005 - Seite 58 (Special Fachinformation)
 

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